Fast jeder zwölfte Produktplatz gehört noch Google Shopping
CSS-Partner sind längst etabliert. Trotzdem entfallen in unserer Auswertung noch immer rund 8 % der organischen Produktplätze auf Google Shopping. Angesichts der bekannten Google-Shopping-Marge bei bezahlten Anzeigen wirft das eine Frage auf: Wie viele Händler nutzen Googles eigenen Preisvergleich noch aus Gewohnheit?
Wir haben 50 typische Shopping-Suchen in Deutschland am Smartphone und am Desktop untersucht. Google Shopping erreichte dabei einen Anteil von 8,4 % beziehungsweise 7,4 % der Produktplätze. Damit war Google sogar der grösste einzelne Preisvergleicher in unserer Stichprobe.
Das Überraschende ist weniger, dass andere Preisvergleicher zusammen deutlich grösser sind. Überraschend ist, dass Google Shopping überhaupt noch diesen Anteil erreicht, obwohl unabhängige CSS-Partner Händlern bei Shopping-Anzeigen einen wirtschaftlichen Vorteil bieten können.
Die wichtigsten Ergebnisse
- 8,4 % der Produktplätze am Smartphone entfielen auf Google Shopping.
- 7,4 % der Produktplätze am Desktop waren Googles eigenem Preisvergleich zugeordnet.
- Google Shopping war damit die grösste einzelne Gruppe, knapp vor den jeweils nächstgrösseren Anbietern.
- Insgesamt fanden wir 34 Preisvergleicher am Smartphone und 27 am Desktop.
- Produktblöcke erschienen bei 42 von 50 mobilen Suchen, am Desktop bei 25.
Warum der Google-Shopping-Anteil verwundert
Bei Shopping-Kampagnen wird um kleine Verbesserungen gerungen. Händler optimieren Produkttitel, passen Gebote an und überarbeiten ihre Zielseiten, um ihr Budget rentabler einzusetzen.
Die Wahl des CSS verdient mindestens dieselbe Aufmerksamkeit.
Google Shopping ist selbst ein Comparison Shopping Service, also ein Preisvergleichsdienst. Google bestätigt in der Merchant-Center-Hilfe, dass der eigene CSS eine feste prozentuale Marge vom Händlergebot abzieht, bevor dieses in die Anzeigenauktion eingeht. Diese Marge ist im bezahlten Klickpreis enthalten.
Der Unterschied wird in der Branche üblicherweise mit rund 20 % beschrieben. Bei einem unabhängigen CSS-Partner ohne entsprechenden Margenabzug kann das Gebot vollständig in die Auktion eingehen. Wie das in der Auktion wirkt, erklären wir im Beitrag Der 20 % CSS-Vorteil.
Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass Google Shopping in unserer Untersuchung weiterhin die grösste einzelne Gruppe stellt. Die Alternative ist längst verfügbar. Trotzdem bleibt Googles eigener Preisvergleich sichtbar präsent.
Dabei gilt: Unsere Untersuchung erfasst organische Produktplätze. Sie zeigt nicht, welcher CSS die bezahlten Anzeigen der jeweiligen Händler schaltet. Aus 8 % der Produktplätze werden deshalb nicht automatisch 8 % der Onlineshops, die Googles Marge zahlen.
So haben wir gemessen
Am 31. Oktober 2026 haben wir 50 typische Shopping-Suchen für Deutschland mit deutscher Spracheinstellung ausgewertet, jeweils am Smartphone und am Desktop.
Die Suchbegriffe stammen aus zehn Kategorien mit jeweils fünf Begriffen: Sport, Elektronik, Haushalt, Möbel, Garten, Mode, Beauty, Baby & Spiel, Tier und Werkzeug. Beispiele sind „kopfhörer bluetooth“, „heissluftfritteuse“, „katzenbaum“ und „akkuschrauber“.
Gezählt wurde jede Produktkachel innerhalb der untersuchten organischen Produktblöcke sowie der zugeordnete Preisvergleicher. Die Gruppe Google Shopping umfasst Verweise auf google.com/shopping.
Am Smartphone erfassten wir 1.826 Produktplätze in 42 Produktblöcken, am Desktop 1.045 Plätze in 25 Blöcken.
Die Verteilung im Überblick
| Preisvergleicher | Smartphone | Desktop |
|---|---|---|
| Google Shopping | 8,4 % | 7,4 % |
| Platz 2 | 6,5 % | 6,9 % |
| Platz 3 | 6,5 % | 6,5 % |
| Platz 4 | 6,4 % | 6,1 % |
| Platz 5 | 6,2 % | 5,5 % |
| Alle weiteren Preisvergleicher zusammen | 64,5 % | 62,3 % |
| Ohne Angabe eines Preisvergleichers | 1,5 % | 5,4 % |
Die Anbieter auf den Plätzen 2 bis 5 unterscheiden sich zwischen Smartphone und Desktop.
Google Shopping lag auf beiden Geräten vorn. Der Abstand zum zweitgrössten Anbieter betrug am Smartphone 1,9 Prozentpunkte, am Desktop lediglich 0,5 Prozentpunkte.
Pro Suche teilten sich durchschnittlich rund sechs bis sieben Preisvergleicher einen Produktblock. In etwa jeder zweiten Suche mit Produktblock war Google Shopping überhaupt nicht vertreten.
Für Händler bleibt eine einfache Frage: Warum noch Google Shopping?
Unsere Ergebnisse sind ein Anlass, die eigene Anbindung zu prüfen. Denn wer seine bezahlten Shopping-Anzeigen weiterhin über Google Shopping schaltet, sollte dafür eine bewusste wirtschaftliche Entscheidung getroffen haben.
Entscheidend ist der Vergleich: Welche Leistungen erhältst du? Welche Gebühren verlangt ein unabhängiger CSS-Partner? Und welchen Vorteil bringt dir der Wegfall der Google-Shopping-Marge?
Einen möglichen Margenvorteil ungeprüft liegen zu lassen, passt schlecht zu Kampagnen, bei denen sonst jeder Euro zählt.
Häufige Fragen zu Googles Produktblöcken
Was ist eine Aggregator-Unit?
Wie gross ist der Anteil von Google Shopping im Produktblock?
Bringt mir ein unabhängiger CSS-Partner mehr Plätze im Produktblock?
Warum nennt ihr die anderen Preisvergleicher nicht?
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